Evangelikaler Theologe beim Großmufti von Istanbul

General March 16, 2010

(Bonn, 01.03.2010) Der Direktor des Internationalen Instituts für Religionsfreiheit und Vorsitzende der Theologischen Kommission der Weltweiten Evangelischen Allianz, Professor Thomas Schirrmacher, ist zu einem zweistündigen Gespräch mit dem Großmufti von Istanbul, Mustafa Çagrici, in dessen Amtssitz an der Suleiman-Moschee in Istanbul zusammengetroffen. Die Einladung ging auf eine kürzere Begegnung im Sommer 2009 zurück.

LÇagrici, auch Professor der Islamischen Theologie, ist einer der Verfasser des Briefes von 138 islamischen Führern an die Führer der Weltchristenheit. Schirrmacher hatte den Antwortbrief der Weltweiten Evangelischen Allianz formuliert. In dem Gespräch setzte sich Schirrmacher für den Ökumenischen Patriarchen und alle Christen in der Türkei ein. Çagrici versicherte, dass er für einen Islam eintrete, der Zwang verabscheue. Er hoffe, dass ein Beitritt der Türkei zur Europäischen Union auch zu mehr Religionsfreiheit in der Türkei führe.

Am Tag zuvor hatte Schirrmacher bereits in Berlin ein Gespräch mit Prof. Dr. Ingo Hofmann, dem Beauftragten für auswärtige Angelegenheiten der Bahá'í-Gemeinde Deutschland und ihr Sprecher in Fragen von Menschenrechtsverletzungen geführt. Das Internationale Institut für Religionsfreiheit hatte sich verschiedentlich gegen die Verfolgung der Bahá'í insbesondere im Iran ausgesprochen.

Auf die Frage, ob seine Gespräche mit Religionsführern eine inhaltliche Annäherung der Weltweiten Evangelischen Allianz an andere Religionen anzeigten, verwies Schirrmacher auf die Erklärung zur Religionsfreiheit der Weltweiten Evangelischen Allianz, die besage, dass die theologische Beurteilung anderer Religionen und das Einsetzen für ein friedliches Zusammenleben voneinander unabhängig seien. „Religionsfreiheit und friedliches Zusammenleben“, so Schirrmacher wörtlich, „beruht gerade nicht darauf, dass man sich zunächst inhaltlich einigt, sonst hätte es selbst in Europa auch innerchristlich nie Religionsfreiheit gegeben.“ Im übrigen trete er dafür ein, dass auch gerade Andersdenkende persönlich miteinander im Gespräch sein müssten. Persönliches Vertrauen helfe, Frieden zu stiften und schwierige Situationen zu lösen, und sei eine wichtige Voraussetzung für ein ernsthaftes Gespräch über den jeweils eigenen Glauben.

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