Edison Mooketsane hat eine ebenso einfache wie ambitionierte Vision für Botswana: eine geeinte evangelikale Kirche, die mit einer Stimme spricht, jeden Winkel des Landes erreicht und auch in Zeiten des kulturellen Wandels standhaft bleibt. Als Generalsekretär der Evangelischen Allianz von Botswana (EFB) arbeitet er daran, diese Vision Wirklichkeit werden zu lassen – mit jeder einzelnen Gemeinde, jeder Kampagne und jedem Gespräch.
Im September dieses Jahres arbeitet die EFB mit African Enterprise zusammen, um eine zehntägige stadtweite Evangelisierungskampagne mit dem Ziel, 80.000 Menschen zu erreichen. “Wir glauben, dass Gott in Botswana wirkt.” sagt Edison. “Jetzt ist der Moment gekommen, mutig zu sein – auf die Straße zu gehen, in die Viertel, zu den Menschen, die noch nichts gehört haben.” Es handelt sich um genau die Art von groß angelegter, gemeinschaftlicher Anstrengung, für die die EFB gegründet wurde, und um ein Zeichen dafür, was möglich wird, wenn Kirchen sich entscheiden, gemeinsam aktiv zu werden.

Diese Einheit ist jedoch noch im Entstehen. Viele Kirchen in Botswana agieren weiterhin innerhalb konfessioneller Grenzen, was die Zusammenarbeit einschränkt und die gemeinsame Stimme der evangelikalen Gemeinschaft in nationalen Angelegenheiten schwächt. Edison spricht diese Herausforderung offen an: “Gemeinsam sind wir stärker, aber es braucht Zeit und Beziehungen, um alle davon zu überzeugen.” Die Gemeinschaft reagiert pragmatisch – sie spricht persönliche Einladungen an nicht angeschlossene Kirchen aus und gründet regionale Zweigstellen, um die Allianz näher an die Menschen heranzubringen, denen sie dient.

Die Rahmenbedingungen, unter denen die EFB agiert, sind schwierig. Kirchen in Botswana stehen vor großen Herausforderungen bei der Landbeschaffung für ihre Gottesdienste und werden in Zuteilungsverfahren, die ihnen keine Vorzugsbehandlung einräumen, oft von kommerziellen Interessen benachteiligt. Wirtschaftliche Not unter den Gemeindemitgliedern – bedingt durch hohe Arbeitslosigkeit und private Verschuldung – führt dazu, dass viele Kirchen Mühe haben, ihren Dienst aufrechtzuerhalten, geschweige denn ihre Mitgliedschaft im Verband. Und der Mangel an formal ausgebildeten Pastoren bleibt ein stilles, aber gravierendes Problem.
Die EFB treibt ihre Arbeit dennoch voran. Die Gemeinschaft steht in engem Austausch mit der neuen Regierung, die den Dialog über Religionsgesetze ermöglicht und damit nach Jahren restriktiver Vorgaben die Aussicht auf einen liberaleren Rechtsrahmen bietet. Intern werden neue Strukturen geschaffen, um die Allianz bei der Bewältigung aktueller Herausforderungen zu unterstützen und ihre Mitgliedskirchen effektiver zu betreuen.
Edison spricht offen darüber, wo internationale Partnerschaften den größten Unterschied machen könnten. “Wir brauchen niemanden, der die Arbeit für uns erledigt.” sagt er. “Wir brauchen bezahlbare theologische Ausbildung für unsere Pastoren, Führungskräfteentwicklung und das technische Wissen, das einer Organisation hilft, nachhaltig zu werden. Hier können die WEA und andere uns unterstützen.”
Die Evangelische Allianz von Botswana ist eine Gemeinschaft in Bewegung – sie stellt sich realen Herausforderungen, baut langfristig auf und glaubt, dass das Evangelium für die aktuelle Situation Botswanas mehr als ausreichend ist.

